„Culinary Germany“

Kulinarische Vielfalt und internationale Gastronomie prägen Deutschland: Vor allem in den Metropolen reflektiert das kulinarische Angebot den multikulturellen Mix der Bewohner. Parallel zur Arbeitsmigration seit den späten 1960er Jahren eröffneten in den deutschen Städten zunächst italienische Restaurants und Balkan-Grills, später türkische Imbisse, griechische Tavernen und spanische Tapas-Bars. Heute lassen sich in Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt auch so exotische Destinationen wie die Seychellen, Hawaii, Peru oder Malaysia geschmacklich erleben. Restaurants in Deutschland bieten insgesamt eine Vielfalt von italienischer Pizza und Käse aus Frankreich über Gewürzerlebnisse aus Afrika und dem Orient bis hin zu japanischem Sushi, Peking-Ente oder Tex-Mex-Food aus den USA.
Auch am heimischen Kochtopf kombinieren genussbegeisterte Hobbyköche traditionelle deutsche Gerichte mit Rezepten aus der ganzen Welt. Gut sortierte Supermärkte und Delikatessenläden bieten ihnen eine reiche Auswahl an Zutaten für die internationale Küche.

Genüsse aus Großmutters Kochtopf
Regionale Spezialitäten mit teilweise jahrhundertealter Tradition tragen in hohem Maß zum Facettenreichtum Deutschlands bei. Deutschlandreisende erleben die typischen Speisen oder Getränke authentisch in rustikalen Gasthöfen, bei saisonalen Festen oder entlang kulinarischer Ferienstraßen.
Die Kulturlandschaften sind eng mit den kulinarischen Spezialitäten verknüpft: zum Beispiel die vom Weinbau geprägten Hänge entlang der romantischen Flusstäler von Mosel oder Rhein, die artenreichen Weidelanschaften Schleswig-Holsteins, die hervorragendes Fleisch und eine große Käsevielfalt hervorbringen, oder die Streuobstwiesen auf den Hügeln deutscher Mittelgebirge.
Vor dem Hintergrund des weltweiten Trends zur Nachhaltigkeit rücken regionale Spezialitäten, althergebrachte Kochtraditionen und überlieferte Handwerkstechniken nicht zufällig wieder verstärkt in den Vordergrund: Regionale Gerichte basieren vor allem auf saisonalen Zutaten, die vor Ort hergestellt werden. Im Zusammenspiel mit einer traditionellen Verarbeitungsweise steht dies für Frische, Qualität und Ressourcenschonung.

Um nur einige Beispiele zu nennen:
Street Food hat in Berlin Tradition: Besonders stolz sind die Hauptstädter auf die Currywurst. Bei Konnopke’s Imbiss in der Schönhauser Allee gibt es sie in fünf Schärfegraden – und das schon seit 1930. Der kultigen Spezialität ist in Berlin sogar ein Museum gewidmet.
 
Maultaschen, mit Brät und Spinat gefüllte Teigtaschen, sind die Spezialität aus Stuttgart. Der Legende nach wurden die Teigtaschen von Mönchen erfunden, die in der Fastenzeit nicht auf Fleisch verzichten wollten und die verbotene Speise in einer Teighülle versteckten – daher der Beiname „Herrgottsb’scheißerle“.
 
Seit im Jahr 1673 das erste Kaffeehaus im deutschsprachigen Raum in Bremen eröffnet wurde, hat das schwarze Getränk im Norden Tradition. In der deutschen Hauptstadt des Kaffeehandels spielt der Kaffee eine große Rolle:
Sei es in den zahlreichen Cafés der Altstadt oder bei Führungen in den Röstereien
 
Als „Hessens Nationalgetränk“ kommt der „Ebbelwei“ – der Apfelwein – besonders in und um Frankfurt in rustikalen Apfelweinlokalen auf den Tisch: traditionell im blauen Keramikkrug, dem „Bembel“. Dazu gibt es deftige Gerichte wie Rippchen oder auch Leber- und Blutwürstchen mit Kraut und Bauernbrot
 
In Niedersachsen pflegen die Menschen ihre winterliche Grünkohl-Tradition: Dann genießen sie das Gemüse mit „Pinkel“, einer Grützwurst aus Speck, Bauchfleisch, Zwiebeln und Gewürzen. Die Spezialität wird bei „Kohlfahrten“ mit Vereinen, Betrieben oder Freunden zelebriert.
 
Als proteinreiches, fettarmes und gesundes Lebensmittel ist der Harzer Käse heute ein Geheimtipp für Sportler und Figurbewusste. Dabei haben die kleinen Käsetaler eine lange Geschichte: Schon seit mehreren hundert Jahren wird der Sauermilchkäse aus Quark und Kümmel hergestellt. Auf Brot, zusammen mit Schmalz, gilt er in der Mittelgebirgsregion Sachsen-Anhalts als Delikatesse.
 

Kulinarische Spitzenleistungen
Die weltweit bekannteste Restaurant-Auszeichnung, der Michelin-Stern, leuchtet derzeit über 300 Restaurants in Deutschland. Alleine elf Gastro-Tempel tragen mit drei Sternen die höchste Auszeichnung des Guide Michelin – nur Frankreich, traditionell das Heimatland der gehobenen Kochkunst, kann mit mehr Top-Adressen aufwarten.
Die Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste, ein umfassendes Ranking der deutschen Restaurants auf Basis verschiedener namhafter Restaurant-Guides, gibt einen Überblick über die deutsche Spitzengastronomie und die Hot Spots für Gourmets. Dabei zeigt sich: Deutschland punktet mit seiner Vielfalt und der Verteilung ausgezeichneter Restaurants in allen Teilen des Landes. Spitzenköche begeistern ihre Gäste in den Metropolen Berlin, Hamburg, München und Leipzig ebenso wie in kleineren Städten und ländlichen Regionen.

Gourmet-Festivals
Zur Vielfalt der Spitzenkochkunst in Deutschland zählen auch kulinarische Veranstaltungsreihen, die Genussreisende aus der ganzen Welt anziehen: Allen voran das Schleswig-Holstein Gourmet Festival, das bereits seit mehr als 30 Jahren zwischen September und März internationale, mit Michelin-Sternen dekorierte Spitzenköche, im Norden versammelt. Über das reine Festivalprogramm hinaus wirkt das Event inspirierend für die regionale Gastronomie-Branche in Schleswig-Holstein.
 

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