20 Jahre Glasstrasse

Post vom Bayernmädl

Vor zwanzig Jahren eröffnete eine der schönsten und beliebtesten Ferienstraßen. Die Glasstraße, welche quer durch die bedeutendste Glasregion Deutschlands führt. Auf einer Länge von 250 Kilometern zieht sie sich durch den Oberpfälzer und den Bayerischen Wald und gibt Einblick in die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Glas. Dabei ist nicht nur traditionelles Handwerk zu bewundern, sondern auch hochmodernes Glasdesign. Die Palette bietet Glas für den Tisch, Glas für Trophäen, Dekorationsobjekte oder auch Kunst und Architektur. Von Bleikristall bis hin zu feuerveredeltem Glas.

Die Glasmacherei hat in der Gegend eine 700jährige Tradition. Obwohl die Region  noch schwer zu erreichen war, waren die Hauptbestandteile des Glases, der Quarz, und auch Holz als Energiequelle reichlich vorhanden. Während man zunächst das Glas in so genannten Wanderglashütten herstellte – nach Abrodung des umliegenden Waldes zog man weiter – ging man später dazu über, Glashütten zu errichten. Alles was man zum Leben benötigte, musste selbst herbeigeschafft werden. Weswegen meist eine Landwirtschaft sowie eine Mühle dazu gebaut wurde. Heute geht das Glas von der Glasstraße in die ganze Welt. Als seltenes Antikglas, edles Trinkglas oder Kronleuchter für Luxushotels. Die Objekte sind zum Teil mundgeblasen, nach alter Handwerkskunst oder industriell gefertigt. Geschliffen, graviert oder bemalt.

Die Künstler machen den Rohstoff aus dem Schmelzofen mit ihrer Kreativität zu einzigartigen Kunstwerken. Es ist ein faszinierender Vorgang, wie die flüssige Glasmasse zu Kugeln, Vasen oder Gläsern geformt wird. In den Glashütten und Manufakturen wird das Wissen rund um das Glas seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben. Das erste bekannte Rezept für die Glasherstellung befindet sich übrigens auf einer babylonischen Tontafel.

Entlang der Glasstraße kann man nicht nur Glashütten, Glasmacher oder Glasveredler bei der Arbeit beobachten. Auch Museen und Galerien demonstrieren, wie faszinierend Glas sein kann. Exklusiv oder extravagant, filigran, farbenfroh und sogar frech. Sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich. Wer möchte, kann den Glasmachern in den Glashütten einfach nur über die Schulter schauen. Oder sich selbst als Glasmacher versuchen. Eine derart hohe Dichte an glasverarbeitenden Betrieben ist sonst nirgends zu finden.

Zwischen Neustadt und Passau hat das Glasmacherhandwerk sozusagen sein Zuhause und zeigt in Deutschlands größter Freiluftgalerie Glas in allen Facetten. Die Region ist sehr eng mit ihrem Wahrzeichen verbunden und demonstriert dies mit Hilfe von zahlreichen Objekten. Die Ortschaft Regen präsentiert seine Nähe zum Glas mit meterhohen Tannen, Fichten oder Espen, den über fünf Meter hohen gläsernen Maibaum findet man bei der Riedlhütte oder die gläserne Arche, zusammengesetzt aus 480 Glasscheiben, am Fuße des Berges Lusen. Eine weitere Arche, umgeben von 20 Skulpturen internationaler Glaskünstler, wurde in Frauenau vor dem Glasmuseum errichtet.

In Zwiesel findet man die größte Kristallglaspyramide der Welt. Hier stapeln sich 93.665 Kristallgläser auf 65 Ebenen. Während in Bodenmais das größte Weißbierglas zu bestaunen ist, die größte mundgeblasene Christbaumkugel befindet sich in Arnbruck. Über meterhohe Kunstwerke aus Glas staunt man in Viechtach in der gläsernen Scheune mit über 200 Quadratmetern bemalter Glasfläche. Die Darstellungen zeigen Geschichten des Bayerwald-Prohpeten Mühlhiasl.

Welch faszinierender Werkstoff Glas ist, kann man auch in den Museen und Galerien erfahren. Zum Beispiel im Glas- und Stadtmuseum in Neustadt. Die Stadt gilt als europäisches Zentrum des Bleikristalls. Die weltgrößte Sammlung böhmischen Glases wiederum gibt es in Passau und die Gemeinde Plößberg hat eine Glasschmelzofenbau-Hütte nachgebaut. In Furth im Wald hingegen hat man sich im Landestormuseum auf Hinterglasbilder und Hohlgläser spezialisiert. Einen spannenden Ausflug in die Geschichte des Glases bietet auch das Frauenauer Glasmuseum.

Live erleben, wie ein Kunstwerk entsteht, kann man in Viechtach. Der Künstler Reinhard Schmid wird in den nächsten Jahren sein Projekt „Venusmaschine“ kontinuierlich erweitern und ausbauen. Seine Ausstellung beginnt mit einem großen Glaskunstwerk über Agnes Bernauer. Eine Baderstochter aus Augsburg, die später sehr zum Mißfallen seines Vaters Gemahlin des Herzogs Albrecht von Bayern wurde. Ihr Leben, ihre Verurteilung und ihr Tod als Hexe ist auf über 30 Glasscheiben mit Bleistift gezeichnet.  

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