70 Jahre Bad Füssing

Post vom Bayernmädl

Bayern ist einfach immer für eine Überraschung gut. Damals wie heute. Unglaublich, was auf der Suche nach Erdöl alles ans Tageslicht befördert werden kann. In diesem Fall handelte es sich um Thermalwasser aus 1000 Metern Tiefe. Da staunten die Erdölsucher nicht schlecht, als sie während der Bohrungen vor 80 Jahren beobachten konnten, wie sich sprudelnd heißes Wasser seinen Weg ins Freie bahnte. Allerdings erkannten sie nicht auf Anhieb den Wert des flüssigen Goldes, versiegelten die Quelle und zogen enttäuscht von dannen.

So geschehen im Niederbayerischen in der Nähe eines kleinen Weilers mit 38 Einwohnern, damals noch Füssing genannt. Füssing, seit 1969 Bad Füssing, liegt im Rottal, einer Region in Niederbayern, unweit der Grenze zum oberösterreichischen Innviertel im Landkreis Passau. Die Landschaft wird vom Fluss Rott geprägt und zeigt sich außerordentlich vielseitig. Es ist das Herz des niederbayerischen Hügellandes mit zahlreichen Nebenflüssen und Bächen inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft aus Höhenzügen und Hügelgruppen, die höchsten Erhebungen befinden sich auf durchschnittlich 500 Metern über dem Meeresspiegel.

Erst zehn Jahre später erkannten in der Nähe stationierte US-Soldaten die Heilkraft des Wassers in Füssing und errichteten zunächst provisorische Badebecken auf dem Quellengelände. Der Grundstein für den übernachtungsstärksten Kurort Europas und das meistbesuchte Heilbad der Welt war gelegt. Benannt wurden die zu dieser Zeit noch modifizierten Kanalrohre, welche die Badewannen ersetzen mussten, nach dem Kommandanten des Lagers David Pearl.

Mittlerweile hat sich dieses „Pearl Bad“ zum „Füssing Spa“ entwickelt, wie das Gesundheitszentrum im Herzen des Bayerischen Golf- und Thermenlandes international zunehmend genannt wird. Und verzeichnet einen Besucheransturm von 1,6 Millionen im Jahr. Die meisten Urlauber sind Stammgäste, welche teilweise bereits 100 Mal Bad Füssing besucht haben. Die Herkunft der Urlauber verteilt sich über die ganze Welt, von Österreich bis Burundi, von Australien bis Großbritannien bis hin zu den USA und Israel.

Seit 70 Jahren lindert die besondere Zusammensetzung des Wassers Rheuma und Gelenkerkrankungen, beschleunigt die Heilung von Knochen-, Gelenk- und Muskelverletzungen und sorgt für eine bessere Beweglichkeit der Wirbelsäule und den Gelenken. Nachgewiesen wurde die Heilwirkung bereits Anfang der 50er Jahre, heute gilt Bad Füssing als Deutschlands größtes Therapiezentrum zur Behandlung von Erkrankungen am Bewegungsapparat. Ganz neue Therapiechancen ergeben sich seit der Entdeckung durch die Verbindung von Thermalwasser und traditioneller chinesischer Medizin, Naturfango oder Aqua- Gymnastik-Kursen. Nach aktuellen Studien der Universität Würzburg kann ein 12-tägiger Aufenthalt in Bad Füssings Thermen das Stressniveau um 40 Prozent senken.

Unverändert ist die Zusammensetzung des 56 Grad heißen Schwefelwassers, immer noch wird das Wasser auf angenehme 29 bis 42 Grad abgekühlt. Aber das damals noch kleine Füssing hat sich rasant weiterentwickelt. Mittlerweile hat sich die Anlage auf 12.000 Quadratmeter Badefläche ausgedehnt – entstanden ist ein Heilbad der Superlative.

100 verschiedene Therapie- und Badebecken bilden Deutschlands weitläufigste Thermalbadelandschaft, 14 Millionen Heilwasser fassen alle Bade- Therapie- Erlebnis- und Entspannungsbecken. 21 Kurhotels sind direkt an die Thermalquellen angeschlossen, selbst Thermalbaden im eigenen Hotelzimmer ist möglich. An seinem 70ten Geburtstag kann sich Bad Füssing zu Recht als wichtigstes deutsches Gesundheitsreiseziel und Nummer eins unter den 1000 Heilbädern Europas bezeichnen. 

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Danke für Deinen netten Kommentar lieber Adi :-) Schau in ein paar Tagen noch mal rein, da werden noch ein paar weitere freigeschalten. Und dann kommt auch die Verlinkung auf meine Webseite. Hab mich gefreut, Dich wieder mal getroffen zu haben.

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