Landshuter Hochzeit

Post vom Bayernmädl

Ohne Zweifel ist das Wahrzeichen Landshuts die schon von weitem sichtbare Burg Trausnitz.  Majestätisch ragt sie hoch über den Dächern der Hauptstadt Niederbayerns in den weiß-blauen Himmel und prägt die Silhouette der mittelalterlichen Stadt mit ihren beeindruckenden Ausmaßen.

Sehenswert ist aber auch die Residenz, welche sich im historischen Zentrum befindet. Dass das beeindruckende historische Stadtbild der Altstadt erhalten bleibt, liegt auch dem Verein „Die Förderer“ e.V. am Herzen. Sie kümmern sich darüber hinaus um die Organisation des spektakulären Mittelalter-Festes, welches alle vier Jahre mehr als 100 000 Besucher anzieht. Die viel besuchte Landshuter Hochzeit mit ihren traditionellen Kostümen und historischen Kulissen ist seit 1903 fester und wichtiger Bestandteil der zahlreichen Veranstaltungen. Auch 2017 stellen die Mitglieder des Vereins wieder das wichtigste historische Ereignis der Metropole an der Isar nach. Die Hochzeit zwischen  Georg dem Reichen von Bayern-Landshut und der Königstochter Hedwig von Polen. Eine für damalige Verhältnisse ausgesprochen pompöse Hochzeit, deren Feierlichkeiten drei Wochen in Anspruch nahmen. Ein prächtiger Brautzug bewegte sich durch die Altstadt und 10 000 Gäste tanzten und feierten zu Ehren des Paares. Nach einem Gebot des Herzogs wurde während der Festwochen jeder Stadtbewohner in den Gasthäusern auf Kosten der herzoglichen Familie verpflegt.

Obwohl die Hochzeit eigentlich eine reine Schutzmaßnahme war, indem das christliche Abendland näher zusammenrückte („ein Nutz für Christenheit und Reich“), soll  die Ehe ausgesprochen harmonisch gewesen sein. Zeit zum Streiten blieb wohl auch nicht viel. Nach der Heirat im Jahr 1475 verbrachte Hedwig 27 Jahre auf der Festung Burghausen, welche sich nach der ersten Teilung Bayerns 1255 zur zweiten Residenz neben Landshut mauserte. Besonders die Reichen Herzöge Heinrich der Reiche und Ludwig der Reiche  investieren viel in ihren Zweitwohnsitz, der in der Folgezeit immer mehr zum beliebten Aufenthaltsort der herzoglichen Ehefrauen wurde.

Vielleicht auch nicht verwunderlich angesichts dieser Tatsache ist, dass die Ehe ohne männlichen Erben blieb; eine enorme Belastung mit schwerwiegenden Folgen. Laut Erbvertrag sollte das Herzogtum dann an Oberbayern fallen, was Georg der Reiche durch ein Testament zu verhindern suchte. Er setzte kurzerhand seine Tochter Elisabeth als Erbin ein, verheiratete sie mit dem Kurfürsten Ruprecht von der Pfalz und hoffte, die Sache sei somit erledigt. Allerdings hatte er die Rechnung ohne König Maximilian I. gemacht. So endete eine der prächtigsten Hochzeiten des Mittelalters in einem Fiasko – dem Landshuter Erbfolgekrieg 1503/1504, in dem dann Niederbayern den Kürzeren zog.

Die - dieses Jahr vom 30. Juni bis 27. Juli 2017 statt findende - Landshuter Hochzeit ist eines der größten Spektakel Europas und ein Szenetreff der „traditionell anders“- Geschichten der Bayern Tourismus Marketing GmbH. Der organisierende Verein umfasst mittlerweile 7500 Mitglieder jeglichen Alters, die 2400 Kostüme werden ausschließlich Hand genäht und nach alten Aufzeichnungen entworfen. Der öffentliche Brautumzug durch die Straßen der Altstadt ist dabei nur ein kleiner Teil des Festes. Den Rahmen bilden zahlreiche weitere Veranstaltungen wie die Festspiele im Rathaus, der nächtliche Mummenschanz in der Residenz, die Treffen auf der Burg Trausnitz und viele weitere Spektakel mit Zauberern, Feuerschluckern, Jongleuren, Komödianten sowie Gauklern. Zu den Höhepunkten zählen auch die spannenden Reiter- und Ritterturniere.

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