Oberbayern-Krimis

Post vom Bayernmädl

Der Kriminalroman „Gnadenort“ von Anton Leiss-Huber begeisterte bereits Leser weit über die bayerischen Grenzen hinaus und schaffte es unter die TOP 100 bei Amazon. Nun ist der Folgeroman erschienen. „Fastenopfer“ heißt er und spielt ebenso wie der erste Fall in Altötting, dem religiösen Zentrum Bayerns. Der weltberühmte Wallfahrtsort liegt zentral in Oberbayern im Alpenvorland und ist seit 500 Jahren Ziel von Millionen von Pilgern. Zu Fuß nehmen sie weite Wege auf sich, um die „Schwarze Madonna“ in der Gnadenkapelle zu besuchen. Ein bayerisches Sprichwort sagt, von jeder Haustür geht ein Weg nach Altötting. Ganz in der Nähe liegt der kleine Ort Marktl, der Geburtsort des bayerischen Papstes Benedikt XVI.

In seinem Roman beschreibt der Verfasser die Stadt als einen Ort, an dem der Glaube den Alltag bestimmt und die vorösterliche Fastenzeit noch sehr ernst genommen wird – zumindest von den Geistlichen. Der Rest der Gemeinde gibt sich der gemütlichen Völlerei hin. Denn, so heißt es in einem alten Sprichwort, „Man lobt und preist den Fastenbrauch am häufigsten mit vollem Bauch“. Dass Rainer Schutt-Novotny für das Brechen des Fastengebots gleich mit dem Leben zahlen muss, hätte allerdings niemand geglaubt. Der Verwalter des „Tilly-Benefiziums“ liegt tot in der Kapelladministration. Kommissar Max Kramer, der in seinem zweiten Fall schon fast Kultstatus erreicht, ist gefragt. Während er versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, lässt er sich allerdings von der attraktiven Staatsanwältin ablenken. Derweil kommt seine Jugendliebe Maria Evita auf eine ganz eigene Spur.

Der Autor Anton Leiss-Huber lebt heute in München. Er ist gelernter Theaterschauspieler und Sänger mit Engagements unter anderem am Bayerischen Staatsschauspiel sowie als Sprecher für den Bayerischen Rundfunk. Nach dem Abitur zog es ihn zunächst nach München, wo er Gesang und Musik studierte. Anschließend ging er nach Wien für ein Meisterstudium mit dem Schwerpunkt Operette.  Der waschechte Bayer ist in Altötting geboren und aufgewachsen und gehörte hier den Pfadfindern und nicht den Ministranten an. Dennoch, so meint er, sind Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten aus meinem Lebenslauf und mit tatsächlich lebenden Menschen, Geschehnissen und Institutionen um mich herum, rein zufällig.“

Ob der Mord damit zu tun hat, dass die von Graf Tilly hinterlassene Stiftung aufgelöst werden soll und die Kirche somit ihren heiligen Eid bricht, darf an dieser Stelle offenbleiben. Fakt ist, dass sich Parallelen zur realen Welt nicht leugnen lassen. Tatsächlich wurde im Jahr 2009 nach 379 Jahren das so genannte Tilly-Benefizium abgeschafft. Der berühmte Feldherr Graf von Tilly führte im 30jährigen Krieg die so genannte Katholische Liga an. Seine Anhänger behaupten, dass ohne seinen Einsatz Bayern heute protestantisch wäre. Als großer Marienverehrer übergab Tilly im Jahr 1630 eine für die damalige Zeit außerordentlich hohe Summe Gulden nach Altötting, damit dort für „ewige Zeiten“ ein Geistlicher täglich für ihn eine Messe abhalten sollte. Eine Ewigkeit, die nicht einmal ein halbes Jahrhundert überdauerte und zu großen Unstimmigkeiten unter den Altöttinger Gläubigen führte. Johann t`Serclaes Graf von Tilly liegt in Altötting begraben. Er hat dort sogar seine eigene Gruft, ein Denkmal von ihm prangt überlebensgroß vor der Feldherrnhalle in München.  

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