Buntes Treiben

Österreichs schönste Märkte. Am verführerischsten erlebt man den „Feinkostladen Österreich“ auf den unzähligen Märkten des Landes: Vom riesigen Naschmarkt in Wien bis zu den bunten Bauernmärkten am Land wird gehandelt, verkauft, getratschtund genossen.
Der Geruch von frischer Minze kitzelt in der Nase, wird aber sofort übertroffen von exotischen Düften nach Curry und Kurkuma und nur einen Schritt davon entfernt vom himbeersüßen Aroma wilder Rosen, die in Eimern geparkt auf Käufer warten. Ein türkischer Händler preist lautstark seine Zuckermelonen an, gegenüber verkauft ein chinesischer Koch heiße Nudeln aus dem Wok und der Bio-Bäcker aus dem Weinviertel schlichtet Dinkel-Obst-Törtchen ins Regal. Eine Reise um die Welt dauert am Wiener Naschmarkt nicht 80 Tage, sondern ist locker in vier Minuten zu schaffen.

Österreichs größter Markt, der „Bauch von Wien“, lädt von Montag bis Samstag zum Bummeln, Staunen, Entdecken und Genießen ein. Hier zeigt Wien seinen legendären „Melting Pot“-Charakter: Wiener Schmäh mischt sich mit osteuropäischem Charme, orientalisches Flair mit südländischem Temperament. Zu kaufen gibt es am Naschmarkt alles, was in der Küche gebraucht werden kann: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Brot und Käse. Aber auch Spezialitäten, wie persischer Kaviar, Sushi, Austern oder Kernöl, werden in den grünen Marktständen, die sich dicht an dicht die Wienzeile entlang ziehen, angeboten. Und die besten Produkte des Naschmarkts werden unter den Wienern wie Geheimtipps gehandelt. Bei den Brüdern Umar etwa gibt es die frischesten Meeresfrüchte der ganzen Stadt, bei Herta Gruber legendäre T-Bone-Steaks, die sogar mit der Qualität vom Kobe-Rind verglichen werden. Und der persische Herr Maan vom Kräuterhaus besorgt nicht nur alle Gewürze dieser Welt, er stellt auch Schwarzkümmelöl her, das als Haus- und Wundermittel im Orient gegen unzählige Krankheiten zum Einsatz kommt.
Samstags bietet am westlichen Rand des Naschmarkts ein zusätzlicher Bauernmarkt landwirtschaftliche Produkte und Regionales aus erster Hand. Und von dort sind es nur ein paar Schritte zum wöchentlichen Flohmarkt, wo man zwischen Antiquitäten, Büchern und Platten, Trödelware und Kuriositäten stöbern kann. Der Samstag ist überhaupt der beste Tag für Marktliebhaber in Wien. Zwar sind die insgesamt 25 Märkte der Stadt die ganze Woche über geöffnet, aber am Wochenende bieten sie alle noch zusätzliche Schmankerl. Am Karmelitermarkt gibt es am Samstag die größte Slow-Food-Corner der Stadt: Hier werden ausschließlich traditionelle, bodenständige und regionale Produkte aus umweltbewusster Herstellung verkauft. Biologisches Gemüse, Alpenlachs und Bio-Holzofenbrot sind ebenso zu erstehen wie Käse der besten kleinen Käsereien Österreichs und Fleischprodukte alter Schweinerassen. Der Brunnenmarkt in Ottakring wiederum – sonst fest in türkischer Hand – wird am Samstag durch den Yppenmarkt erweitert, auf dem Bauern aus dem Umland ihre Waren verkaufen. Am Schnittpunkt der beiden Märkte befindet sich eine Wiener Institution: „Der Staud“. Im modernen Pavillon verkauft Herr Staud seine weltberühmten Marmeladen und eingelegtes Gemüse im Glas. Die anregende Multi-Kulti-Atmosphäre des Marktes zieht besonders das Szene-Publikum, Künstler und junge Kreative an: Neuerdings ist das Samstag-Frühstück in einer der Bars am Yppenmarkt unverzichtbares Ritual zum Wochenausklang.

Zwar hat Wien als Hauptstadt naturgemäß die meisten Märkte, der älteste Markt des Landes – und für viele auch der schönste – befindet sich aber in Salzburg. Bereits 996 verlieh Kaiser Otto III. dem Salzburger Erzbischof das Recht, einen täglichen Markt in Salzburg abzuhalten. Der „Schranne“ genannte Markt existiert noch heute und findet jeden Donnerstag im Schatten der Kirche St. Andrä statt. An 190 Marktständen (zahlreiche Familien betreiben ihren Stand bereits in zweiter oder dritter Generation) werden Lebensmittel und Blumen verkauft. Bekannt ist der Markt vor allem für seine bäuerlichen Spezialitäten – so gibt es Stände, die ausschließlich kochfertige Knödel vom Semmelknödel bis zum Selchknödel führen. Die Schranne ist nur von fünf Uhr früh bis 13 Uhr geöffnet, lockt aber jeden Donnerstag Tausende Salzburger und sogar Nachbarn aus Bayern und Oberösterreich an. Besonders schön präsentiert sich der Markt zu den jahreszeitlichen Festen: Im Advent und vor Ostern bieten die Stände mit ihren ländlichen Dekorationen ein besonders hinreißendes Bild.
Optisch kann der Südbahnhofmarkt in Linz da nicht mithalten. Aber als größter Grünmarkt Oberösterreichs ist er ein höchst lebendiger Markt, vor allem am Freitag und Samstag. Dann nämlich verkaufen neben den fixen Marktständen unzählige Kleinbauern und Gärtnerinnen aus der Region ihre Waren und es wimmelt vor winzigen Verkaufstischen, auf denen oft nur zehn Kohlrabi und zwei Kilo Zwetschken angeboten werden. Jeden Samstag zeichnet zudem der ORF Oberösterreich in einem apfelförmigen Übertragungspavillon die Radio-Sendung „Arcimboldo – Live vom Markt“ auf, in der Star-Köche und bekannte Gastronomen vor Publikum ihre Spezialitäten zubereiten und verkosten lassen.

Der größte Indoor-Hallenmarkt Österreichs befindet sich in Innsbruck. In der schön renovierten Jugendstil-Markthalle werden an sechs Tagen der Woche Lebensmittel, Spezialitäten und Blumen verkauft. Jeden ersten Freitag im Monat gibt es zudem die Ausstellung „Frauen Kunst Handwerk“, bei der über 60 Handwerkerinnen ihre kreativen Exponate anbieten. Ähnlich vielfältig, aber unter freiem Himmel präsentiert sich der stimmungsvolle Wochenmarkt am Kornmarktplatz in Bregenz. Markthändler aus ganz Vorarlberg bieten ein bemerkenswert reichhaltiges Sortiment, das vor allem für originelle Spezialitäten bekannt ist. Paul Bentele, der Salbenkönig von Bregenz, verkauft Ringelblumen-, Murmeltier- und Ziegenbuttersalben, Kampfergel, Arnika- und Wundheilsalben. Und Alan Cohen, der gebürtige New Yorker, ist seit 20 Jahren bekannt für seine exzellenten selbstgemachten Nudeln.

Ein Markt mit besonders hohem Bio-Anteil findet sich in Graz: der seit 1928 bestehende Bauernmarkt am Kaiser-Josef-Platz, der schon um fünf Uhr früh öffnet. Von frischem Obst und Gemüse über herzhaftes Geselchtes und Bauernspeck bis zu heimischen Fischen wird hier angeboten, was das Herz begehrt. Nicht zu vergessen auch das für die Region so typische steirische Kürbiskernöl, Käferbohnen, Honig und Süßmost. Für Käseliebhaber ist die „Kasalm“ ein besonderer Tipp: Hier werden ausschließlich traditionell hergestellte Käse aus Rohmilch und Biomilch verkauft. Gut 80 Sorten sind vertreten, vom Parmesan über Chevrette und Pecorino bis zum Camembert.

Der Markt im Herzen der steirischen Landeshauptstadt ist das Flaggschiff aller bäuerlichen Märkte Österreichs. Die finden – zwar kleiner, aber immer von begeisternder Vielfalt – zu Hunderten zwischen Neusiedlersee und Bodensee statt. Besonders pittoresk ist der Bauernmarkt in Gars am Kamp mit seinen vielen Kräutern oder der Pielachtaler Bauernmarkt in Hofstetten. Ein ungewöhnlicher Bauernmarkt findet jeden Freitag in Regau statt. Dort verkaufen die Bauern ihre Produkte wettersicher in einer großen Halle – und zwar konsumentenfreundlich von 16 bis 19 Uhr.
Viele Bauern finden sich auch jede Woche am Donnerstag und am Samstag in Klagenfurt auf dem Wochenmarkt am Benediktinerplatz. Mit seinem reichen Angebot ist er ein wunderbares Beispiel für die große Produktpalette der österreichischen Köstlichkeiten, die auf den lokalen Märkten des Landes verkauft werden. Der Markt am Benediktinerplatz ist aber noch mehr: er ist das beste Beispiel für das neue Europa der Regionen. Wie selbstverständlich mischen sich hier auch Bauern aus dem nahen Slowenien und dem italienischen Friaul unter die Händler und verkaufen gemeinsam mit den Kärntner Kollegen Köstlichkeiten für Küche und Keller.Copyright: Österreich Werbung

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