Urlaub im Wohnzimmer

Regional, authentisch, ökologisch und mit großem Wohlfühlfaktor. Das Rogner Bad Blumau hat die Anregungen der Gäste in den Relaunch einbezogen und liegt damit goldrichtig. Die Gäste fühlen sich zu Hause.

Reduziert, aber dafür nur regional. Keine Exoten, dafür aber Bio. So lautet kurz gefasst die Philosophie von Küchenchef Johann Schuster. Seit der neuen Positionierung im Rogner Bad Blumau gibt es auch ein neues Küchenkonzept, das ausschließlich auf Qualität setzt und die Quantität hinten an stellt. Nicht, dass das Buffet jetzt verwaist wäre, davon kann wahrlich keine Rede sein. Aber es finden sich beim Frühstücksbuffet jetzt halt nur mehr drei Wurst- und Schinkensorten, statt der oft zehn verschiedenen, die man meist bei anderen Hotels der gehobenen Kategorie antrifft. Aber ehrlich, wer braucht das schon! Oder haben Sie zu Hause mehr als drei verschiedene Sorten im Kühlschrank? Eben!

Ankommen
Und genau so soll auch das (Wohl)gefühl im Rogner Bad Blumau sein, eben wie zu Hause. Dafür sorgt auch das „Wohnzimmer“, wie die neue Rezeption jetzt heißt und genauso geht es dort auch zu. Stimmengmurmel, wenn man durch spaziert, ein paar Leute, die mit lässig übereinander geschlagenen Beinen auf den gemütlichen Sofas sitzen, ein halbvolles Glas vor sich auf dem Tisch. Und vor allem: „Bitte Hände waschen“, vor dem Eintreten, wie das in gehobenen Häusern so üblich ist. Deshalb ist auch gleich beim Eingang ein Waschpult aufgebaut, bei dem den Gästen mit selbst hergestellter Bioseife und Wasser aus altmodischen Keramikkrügen die Hände gewaschen werden. Zum Glück nur die Hände und nicht der Kopf. Der kommt erst später dran.
Und zwar beim Bad Blumauer Waschritual im Spa. Hier wird der Gast im Evakostüm auf einen Marmortisch gelegt, eingeseift und dann abgewaschen. Und zwar mit warmen Güssen aus einem kleinen Schaffel – und da ist eben auch der Kopf mit dabei. Das Ritual erinnert ein wenig an altrömische Sitten  und soll den Gedanken „Zurück an den Ursprung“ symbolisieren. Beendet wird die Waschung mit dem Einreiben des Körpers mit gefrorenem Kokosöl und das riecht nicht nur gut, sonder führt vor allem dazu, dass die notwendige Fettmenge gut in die Haut einzieht, ohne die Oberfläche fettig zu machen. Wie eine Wachsschicht legt sich das Kokosfett über die Haut, sogar die Wassertropfen perlen elegant ab. Mit dem Wachsfigurenkabinett hat das aber gar nichts zu tun, ganz im Gegenteil, denn die Waschung ist, wie alles andere in der Rogner Therme Blumau sehr authentisch.
Gut gewaschen geht es zum Abendessen und auch hier präsentiert sich das Buffet wieder ähnlich wie morgens: Keine sich biegenden Tische mit viel Schnick-Schnack, aber dafür ausgewählt Feines in erlesener Qualität. Almo wird auf dem Holzofengrill zubereitet und der fangfrische Lachs passt wunderbar zu den feinen Erdäpfeln, die auch wie solche schmecken. Ein bisschen wie früher bei Oma, ist das kulinarische Angebot: Klassisch bodenständig, von glücklichen Tieren, wie man heute so schön sagt, ohne Firlefanz und mit ausgesuchter Qualität. Obendrein weiß man auch, wo das Produkt herkommt, und das ist gut so. Die Lieferanten der regionalen Bioprodukte sind auf der Tafel vor dem Restaurant angeführt und möglicherweise gibt es auch bald ein Bild dazu. Denn zu jedem „G’sicht, gehört eine G’schicht“, wie Küchenchef Johann Schuster meint. Er meint übrigens auch, dass die Gäste genau wissen sollen, wo was herkommt und wie was entsteht. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Brotlieferant sein Korn selbst anbaut, weil auf dem Markt keines zu haben ist, das seinen Qualitätsvorstellungen entspricht. Oder alle Nudel in der Hotelküche selbst produziert werden.

Für Naschkatzen
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Es gibt noch eine interessante Neuerung im Rogner Bad Blumau. Die Minibars in den Zimmern wurden entfernt und stattdessen ist eine Naschkamme entstanden, die alles enthält, was Mama und der Zahnarzt verboten haben. Inklusive Essiggurkerl, Eis und Apfelmus. Und natürlich der in dieser Region unvermeidlichen Zotter Schokolade. Die Preisliste steht dabei und gezahlt wird an der Rezeption. Dort gibt es auch den Schlüssel für die Naschkammer, der origineller weise an einem Holzkochlöffel befestigt ist. Passend. Wie das gesamte Konzept im Rogner Bad Blumau.

Und wie ist eigentlich die Rogner Therme Bad Blumau entstanden? In den neunziger Jahren stieß Robert Rogner auf der Suche nach Öl auf die heiße Quelle. Und traf in Wien auf den Maler Friedensreich Hundertwasser, zu dem er dann meinte“: Ich habe 100°C Grad heißes Wasser und Sie heißen Hundertwasser, mach‘ ma was!“ Was sie gemacht haben, ist seit 16 Jahren in Therme und Hotel zu bestaunen und hat nichts von seiner Originalität verloren.
Die Gäste freut’s und uns Einheimische freut’s, wenn die japanischen Gäste aus dem Staunen nicht herauskommen.

Individuell, persönlich, genussvoll
In der „Urlaubsschneiderei“ werden individuelle Urlaubspakete für die Gäste geschneidert und so bekommt jeder das, was am besten zu ihm passt. Schlemmen und baden ist immer dabei, Waschungen manchmal und genießen immer. Und das alles mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit, was den Genuss gleich doppelt so schön macht, weil das Gewissen beruhigt ist. Unter anderem wird ein Drittel des Stromes aus der Geothermikanlage gewonnen. Dabei wird das 107°C heiße Wasser der Vulkania Quelle zunächst zur Stromerzeugung genutzt, danach fließt es zur Energiezentrale, wo sich die Wärmetauscher des Rogner Bad Blumau befinden und anschließend fließt das Wasser weiter zur Bohrung 1, wo es wieder in die Erde injiziert wird. Die autarke Stromerzeugung erfolgt durch den Dampf aus dem Vulkania Wasser, der die Turbine für den Generator antreibt. Nach der Stromerzeugung reicht die Wärme des Wasser aus, um die gesamte Anlage des Rogner Bad Blumau zu heizen. Ziemlich schlau und ziemlich umweltfreundlich.

Ein Unikat ist mit Sicherheit der neue Hofnarr, der die Gäste begrüßt, ihnen den Weg weist und auch sonst über so ziemlich alles informiert ist. Wie das halt bei Hofe so üblich ist. Ebenso so höfisch ist er in königsblau gewandet. Zur Tradition passt auch derRogner Bad Blumau Reiseführer aus der altbekannten Perlen-Reihe, der alle wichtigen Informationen enthält. Schließlich muss man als Gast schon wissen, wo man die Speis findet, was es mit dem Obendrauf Restaurant auf sich hat und wann die Palatschinkenstunde stattfindet.
„Wir tun es“, war das Motto des Relaunch der Rogner Therme Bad Blumau. Sie sollten es auch tun. Nämlich hinfahren. 

Angebote

Wir tun es!
Und sonst, beim Rogner Bad Blumau NEU? Sonst so ziemlich alles beim – guten – Alten in der Therme. Das Wasser sprudelt immer noch mit einer Temperatur von 107°C aus der Tiefe und wird vernünftigerweise für die Energiegewinnung verwendet. Geschwommen werden kann bis 23 Uhr, was sehr angenehm ist und den Badetag enorm verlängert. Das Wasser im „Heilsee“ wird nicht chloriert, sondern für dessen Hygiene sorgt die große Menge an natürlichem Co2.
Die Wege im Hotel sind immer noch lang und zum Teil verwirrend, aber dafür hat man aufgrund dessen viele nette Begegnungen mit äußerst hilfreichen und auch verständnisvollen Mitarbeitern, die helfen, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Wenn gar nichts mehr geht, weil man auf dem Weg zum Gesundheitszentrum die Vulkania Therme bereits zum dritten Mal erfolglos durchquert hat, erbarmt sich der Bademeister und geleitet den Gast direkt zur Gesundheitsrezeption und gibt ihn dann persönlich bei den dortigen Mitarbeitern ab. So geschehen bei der Autorin. Aber vermutlich ist die gar kein Maßstab, denn ihr sind auch Stadtpläne ein schier unlösbares Rätsel…

Kontakt

Rogner Therme Blumau
A-8283 Bad Blumau 100
Tel.: (+)43 (0)3383 5100 - 0
Fax: (+)43 (0)3383 5100 - 808
spa.blumau(at)rogner.com
http://www.blumau.com