Kunst im öffentlichen Raum

Kunst für alle in der freien Natur gibt es in Niederösterreich zu erkunden. Kunst im öffentlichen Raum bezeichnet künstlerische Projekte, Installationen, Gedenkstätten, Skulpturen etc. die im Freien – und sehr oft auch im Wechselspiel mit der Natur – auf- und ausgestellt sind. Man kann sie das ganze Jahr über bei freiem Eintritt besichtigen.

Das kenn' ich doch?!
Weithin zu sehen ist die sieben Meter hohe Riesenweintraube von Heimo Zobernig in den Weinrieden vom Käferberg am Langenloiser Weinwanderweg. Die riesige Skulptur besteht aus 139 hohlen Kugeln aus unbehandeltem, zur Korrosion freigegebenem Stahl. Unser Tipp: Wenn auch der klassische Heurigenbesuch derzeit (noch) nicht möglich ist – die Vinothek im Ursin Haus ist weiterhin Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier kann man die ein oder andere Flasche niederösterreichischen Wein mit nach Hause nehmen.

Sehr beliebt bei Wanderern, die den Welterbesteig Wachau gehen, ist ein Abstecher zur Ende Oktober wiedereröffneten „Vierten Wand“. Eldine Heep & Klemens Schillinger haben den Aussichtsturm am 671 m hohen Seekopf im Dunkelsteinerwald bei Rossatz neu gedacht; erst beim Aufstieg gibt der Turm nach und nach die spektakuläre Aussicht auf die uralte Kulturlandschaft an der Donau frei, an schönen Tagen kann man sogar bis nach Krems sehen.

Unweit davon, direkt am Donauradweg bei der Fährstation St. Lorenz-Weißenkirchen gelegen, findet sich eines der wahrscheinlich am häufigsten fotografierten Motive der Wachau, die „Wachauer Nase“ der Künstlergruppe Gelatin. Die vier Meter große Nase bzw. die Nasenlöcher bilden kleine Höhlen und sind begehbar. Die Arbeit an der „Wachauer Nase“ begann 2012, als Gelatin mithilfe einer Lokalzeitung die Wachauer Bürger dazu aufrief, ihre Nasen von der Künstlergruppe dokumentieren zu lassen. Etwa 70 Gipsabgüsse entstanden, die dann als Vorbild für DIE typische Wachauer Nase dienten. Die Skultpur ist sozusagen auch ein Porträt der Menschen geworden, die hier leben. Also Augen auf: Vielleicht begegnet Ihnen bei einem Spaziergang an der Donau sogar eines der „Vorbilder“!

Weitere Tipps:
* An der Donaulände in Klein Pöchlarn kann man gleich mehrere Kunstinstallationen besichtigen, die in den letzten zwei Jahrzehnten hier entstanden sind: die „Spiegelwand“ von Herbert Golser, die Donaubühne „Erika“ von Max Bühlmann, „camp NOSW“ von Katrin Hornek sowie „Cycles Galore!“ von Christian Kosmas Mayer. Die Installationen sind alle innerhalb von ein paar Gehminuten vom vor allem bei Familien sehr beliebten Generationenpark mit Schaukeln, Rutschen etc. und dem Bienenpark zu erreichen. Die Donaulände liegt direkt am Donauradweg und eine Besichtigung kann super mit einem Radausflug oder einem Abstecher zum Natur-Info-Pfad oder einem der zahlreichen Rundwanderwege im Natura 2000-Gebiet Rindfleischberg verbunden werden.
 
* In der Gartenstadt Tulln kann man bei Spaziergängen durch die Stadt Kunst im öffentlichen Raum entdecken. „Coverversion“ lautet der Name der Skulptur von Klaus Weber, die eine Replik der Kleinskulptur „Affe mit Schädel“ des Bildhauers Hugo Rheinhold aus dem Jahr 1893 ist. Sie wird auch liebevoll „Tullner Affe“ genannt und ist in der Tullner Au zu finden. Weiters gibt es einige lohnenswerte Wanderwege zu beschreiten, wie den Egon-Schiele-Weg oder den Baumkunstweg Tulln.
 
* Auch sehr gut für einen Spaziergang bietet sich die Kunstinstallation am Michelberg bei Niederhollabrunn an. Es handelt sich bei „Der Michelberg – Analyse und Interpretation“ von Stefan Klampfer um die Interpretation der unterschiedlichen Erkenntnisse der Archäologie und der Bauforschung zur dortigen Barockkirche und deren Vorgängerkirchen.
 
* Drei Skulpturen entlang eines Spazierweges bei Roseldorf im Bezirk Korneuburg nehmen auf die Geschichte des Schmidatals ebenso Bezug wie auf seine gegenwärtige Nutzung als Erholungsgebiet. Das „Denkmal für die Wassermühlen“ von Misha Stroj setzt die verschwundenen Wassermühlen des Schmidatals wie aus Mosaiksteinen wieder zusammen.
 
* Ein neues Projekt von Borjana Ventzislavova und Aldo Giannotti „In this together“ mit Lichtinstallationen und großflächigen Zeichnungen ist derzeit bei einem Stadtspaziergang in der Innenstadt von St. Pölten zu bewundern. Thema ist „25 Jahre Österreich in der EU“.
 
* Die Platzgestaltung und das Mahnmal in Baden am Josefsplatz wurden von Peter Kozek umgesetzt: In der Stadt Baden war bis 1938 die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs beheimatet. Auf 1300 m2 wurden die „Counterpoles/Widerstäbe“, 36 Metallstäbe in schwarz und weiß, zum Andenken und als Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus errichtet.
 
* Am Areal der Donau Universität Krems gibt es gleich mehrere Kunstinstallationen zu bestaunen. Etwa die Freiraumgestaltung „Life Between Buildings“ von Iris Andraschek und Hubert Lobnig bei der Donau-Universtität; „6.04.1945“ nennt Ramesch Daha ihr Mahnmal entlang der Mauer der Justizanstalt Krems. „Loop“ von peanutz architekten widerum ist eine Skulptur vor dem Altbestand der Donau-Universität Krems.

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