100 Jahre Mythos Bayern

Post vom Bayernmädl

Es ist der 07. November 1918, als König Ludwig III. bei seinem täglichen Spaziergang durch den Englischen Garten von den Geschehnissen der Zukunft überrollt wird. Ein Bürger ruft ihm den berühmten Satz zu: "Genga`s hoam Majestät, Revolution is!" Noch in der gleichen Nacht hat sich der abgesetzte bayerische König auf den Weg gemacht, angeblich nur mit einem Kisterl seiner Lieblingszigarren im Gepäck.

Wie überall im Kaiserreich haben auch die Bayern die Monarchie und die mit dem Ersten Weltkrieg einhergehende immer weiter ansteigende wirtschaftliche Not satt. Das Vertrauen in die monarchischen Regierungen in Berlin und München ist verloren, in ganz Deutschland brechen Revolten aus. In München wurde schließlich am 08. November  der Freistaat Bayern als demokratische und soziale Republik durch den unabhängigen Sozialdemokraten Kurt Eisner ausgerufen. König Ludwig III. wurde zur Abdankung gezwungen.

Zehntausende hatten sich zuvor auf der Theresienwiese versammelt und an der Demonstration durch die Straßen Münchens teilgenommen. Kurt Eisner hatte mit seinen Anhängern und den Soldaten einen Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, gleich im Anschluss daran die parlamentarische Demokratie errichtet und Bayern zum "Freistaat" ernannt. Früher als die Revolutionäre in Berlin, welche zwei Tage später die Republik in Berlin ausriefen.

Fast ein halbes Jahrhundert sollte es dauern, bis endlich Ruhe einkehrte. Es folgten harte Jahre der Entbehrungen, Inflationen, Hitlers Machtergreifung und schließlich der 2. Weltkrieg. Doch der Niedergang der Monarchie in Bayern hatte sich bereits einhundert Jahre vorher abgezeichnet, als unter Maximilian Graf von Montgelas die erste in Bayern schriftlich niedergelegte Verfassung unterzeichnet wurde. Als erster deutscher Staat beschloss Bayern 1818 die Zusammenarbeit von König und dem Landtag als Vertreter des Volkes.

"Mythos Bayern", so lautet auch das Motto der Bayerischen Landesausstellung im Kloster Ettal unweit des Märchenschlosses Linderhof. Ein prädestinierter Ort, um sich dem Thema "Wald, Gebirg und Königstraum" zu widmen. Bereits im Jahr 1330 wurde hier von Ludwig dem Bayer an der verkehrsgünstig nach Italien gelegenen Straße der Benediktinerorden gegründet. Als Wiedergutmachung, nachdem er beim Papst in Ungnade gefallen war.

Zu den Ausstellungsstücken zählen natürlich auch Gegenstände der ehemaligen bayerischen Könige oder ein 3000 Jahre alter Einbaum. In einem Holzpavillon können mit Hilfe von Filmen und Animationen die genialen Visionen des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. nachvollzogen werden. Letzterem haben die Bayern neben dem in der Nähe von Ettal gelegenen Schloss Linderhof auch die berühmten Schlösser Neuschwanstein und Herrenchiemsee zu verdanken. Er selbst ging als Mythos in die Geschichte ein. Bis heute bleibt viel Raum für Spekulationen hinsichtlich seines rätselhaften Todes im Starnberger See.

Anlässlich der beiden großen Jubiläen finden in ganz Bayern zahlreiche Veranstaltungen zum Thema statt. Höhepunkt ist der große Staatsakt im November im Bayerischen Nationaltheater unter dem Motto: Der Freistaat feiert sich selbst.

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