Der Osterhase hoppelt schon eifrig über die Wiesen, die Eier werden...
„Regional“ liegt im Trend, das steht außer Frage. Während so mancher erst durch Corona, Lockdown und eingeschränkten Zugang zum Handel das „Hofladl“ ums Eck so richtig zu schätzen gelernt hat, weiß die Region Wilder Kaiser schon lange, was man an seinen zahlreichen und vielfältigen Produzent*innen hat. Nicht zuletzt im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprojekts - „Lebensqualität am Wilden Kaiser“ - wurden Vielfalt und Qualität der regionalen Produkte, sowie das Zusammenwirken von Landwirtschaft und Tourismus immer wieder thematisiert. Dem wird nun Rechnung getragen, der „Marktplatz“ öffnet seine Pforten.
Was ist der Wilder Kaiser Marktplatz?
Dabei werden in einem ersten Schritt die regionalen Anbieter*innen mit ihren Erzeugnissen vor den Vorhang geholt. Oft weiß man zwar, was der direkte Nachbar herstellt – dass die Bäuerin zwei Orte weiter nicht nur guten Speck, sondern auch feine Filzpatschen hat, schon weniger. Daher war klar: Basis des Projekts ist ein Verzeichnis der erzeugenden und verkaufenden Betriebe. Unter www.wilderkaiser.info/marktplatz kann man sich ab sofort online informieren. Die Plattform ist nicht abgeschlossen und weiterhin offen für alle regionalen Erzeuger*innen bzw. Anbieter*innen, die sich und ihre Produkte dort präsentieren wollen.
Einer dieser Betriebe ist etwa der Keilhof in Söll: Dort leben 450 „Söller Wanderhennen“ in zwei mobilen Ställen, wo sie fünf Zwergziegen vor dem Habicht schützen, ganz nach dem Ansatz „Tiere helfen Tieren“, wie die 26-jährige Jungbäuerin Julia Hölzl den innovativen Ansatz des Bio-Familienbetriebs erklärt. Einmal pro Woche übersiedeln Hennen und Ziegen mit ihren mobilen Quartieren – so haben sie immer „frischen“ Auslauf. „Uns ist besonders wichtig, dass es unseren Hennen gut geht“, sagt Julia. Verkauft werden die Produkte des Hauses – von den Eiern über Nudeln bis hin zur Rohmilch – direkt aus dem „Keilschrank“ heraus, der 24 Stunden am Tag geöffnet hat und mit einer Kassa zum Geld einwerfen auf Vertrauensbasis funktioniert.
Das Tierwohl hat auch bei Christian Wallner am Blaikenhof in Going oberste Priorität. 2016 hat der heute 24-jährige, der hauptberuflich als Förster arbeitet, den Hof in vierter Generation übernommen. Seither hat sich einiges getan: Waren es einst neun Milchkühe, die im Stall hinter dem alten Bauernhaus lebten, findet man dort heute 30 Wagyu-Rinder, die für ihr marmoriertes, extrem hochwertiges Fleisch bekannt sind. Der Stall wurde dementsprechend im vergangenen Jahr ausgebaut, bis zum Ende dieses Jahres soll auch der Verkaufsraum fertig sein. Kaufen kann man Steaks und Co. – einzeln abgepackt und schockgefroren - auch schon jetzt: Einfach über die Website vorbestellen oder anrufen und vorbeikommen. „Uns ist es wichtig, dass die Kunden selbst sehen, wie die Tiere leben und wie gut es ihnen bei uns geht“, so Christian. Aber um überhaupt dorthin kommen zu können, muss man auch erst einmal wissen, dass es in Going dieses besondere Rindfleisch gibt.
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