Der große Reformator

Wer eintauchen möchte in die Geschichte von Martin Luther, der sollte die  Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben besuchen. Hier haben Martin Luther und Philipp Melanchthon ihre Spuren hinterlassen. Die Wittenberger Schlosskirche kann genauso besucht werden, wie weitere Gedenkstätten. Doch die Schlosskirche hat eine besondere Bewandtnis, wurde doch an deren Portal am 31. Oktober 1517 die 95
Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels
angeschlagen. 

Welterbe Luther-Gedenkstätten
Kein anderes Land ist so eng mit der Reformation und dem Leben und Wirken Martin Luthers verbunden wie Sachsen- Anhalt und die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg bilden ein gemeinsames Welterbe. Das Lutherhaus in Wittenberg ist das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Das einstige Augustinerkloster war über 35 Jahre Wohnhaus der Familie Luther und Hauptwirkungsstätte Martin Luthers. Hier verfasste er seine 95 Thesen, hier fanden sowohl Vorlesungen für Studenten aus ganz Europa als auch seine legendären Tischreden statt. Herzstück des Hauses ist die Lutherstube – nirgendwo ist man dem Reformator näher als hier. Das Lutherhaus ist aufgrund von Sanierungsarbeiten und der Einrichtung einer neuen Dauerausstellung aktuell geschlossen, die Wiedereröffnung ist für Frühjahr 2027 geplant. 
In der Zeit sind die Schätze des Museums in der Sonderausstellung „Buchstäblich Luther.  Facetten eines Reformators“ im benachbarten Augusteum zu sehen.

Weggefährte Luthers
Das Melanchthonhaus in Wittenberg zählt zu den schönsten Bürgerhäusern der Stadt. Kurfürst Johann Friedrich ließ es 1536 für den Gelehrten Philipp Melanchthon errichten, der hier mit seiner Familie bis zu seinem Tod lebte. Besucher tauchen hier ein in die Lebens- und Alltagswelt des Weggefährten Martin Luthers.
Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Mit mehr als 250 spannenden Exponaten erzählt Luthers Geburtshaus von der Herkunft des späteren Reformators, wie er aufwuchs und wie eng die Bande waren, die zwischen ihm, seinen Eltern und der Region bestanden.
Auf einer Reise in seine Heimat, das Mansfelder Land, starb Martin Luther am 18. Februar 1546 in Eisleben. Luthers Sterbehaus nimmt Besucher mit in die letzten Tage und Stunden des Reformators. 

In der Schlosskirche, ab 1489 errichtet und 1503 eingeweiht, hielt Philipp Melanchthon seine Antrittsvorlesung. An das Hauptportal der Schlosskirche schlug Martin Luther der Überlieferung nach die 95 Thesen gegen die Ablasspraxis der Kirche und leitete damit die Reformation ein. In der Kirche befinden sich bis heute die Gräber von Martin Luther und Philipp Melanchthon.
Sehenswert sind auch die bronzenen Epitaphien Friedrichs des Weisen und seines Bruders Johann des Beständigen aus der Vischer-Werkstatt in Nürnberg. Jenen geschichtsträchtigen Ort können Besucher selbstständig oder fachkundig begleitet bei einer Führung erkunden.
In der Stadtkirche St. Marien predigte Martin Luther und wirkte Johannes Bugenhagen als erster evangelischer Stadtpfarrer. Hier begann die Tradition der evangelischen Gottesdienste in deutscher Sprache, mit Gemeindegesang und mit der Kommunion des Abendmahls in beiderlei Gestalt (Brot und Wein). Die Stadtkirche Wittenberg wird deshalb auch als Mutterkirche der Reformation bezeichnet. Sie ist zugleich eine Schatzkammer der Kunst mit zahlreichen Werken aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. und Lucas Cranach d. J.

Tipps
Der nach historischem Vorbild angelegte Kräutergarten hinter dem Melanchthonhaus in Wittenberg lädt nach dem Museumsbesuch zum Verweilen ein. Dort wachsen – ganz in der Tradition des kräuterkundigen Gelehrten – auch Heilpflanzen.
In der Stadt Mansfeld ist Martin Luther aufgewachsen. Dort verbrachte er seine Schulzeit und Jugend, erhielt die Ausbildung, die ihm den Weg in die akademische Welt ebnete. Hier knüpfte er lebenslange Freundschaften und entdeckte seine Liebe zur Musik. In Luthers Elternhaus erfahren Besucher anhand spektakulärer archäologischer Fundstücke, wie sich der Alltag und das Leben der Familie gestaltete. Gut zu wissen: Luthers Heimat war das Mansfelder Land. In Eisleben erblickte er das Licht der Welt, doch schon wenige Monate später zog die Familie nach Mansfeld. Dort ließen sich die Eltern nieder, kauften ein Haus und bauten ein Unternehmen auf. 

Buchstäblich Luther. Facetten eines Reformators
01.12.2023 – 31.10.2026 im Augusteum Wittenberg

Ob Mönch oder Papstgegner, liebevoller Familienmensch, vor Kraft strotzender Held oder geplagt von großem Leid – Martin Luther hatte zahlreiche Facetten. Die LutherMuseen beleuchten diese in einer Sonderausstellung, die sich in besonderer Weise den menschlichen Seiten des Reformators widmet. Dabei gilt es auch die Widersprüche des Theologen in den Blick zu nehmen. Entlang des Alphabets entfalten sich seine Lebensstationen, sein reformatorisches Wirken, aber auch seine Sorgen und Nöte, Beziehungen und Denkweisen. Mal blitzt sein Mut hervor, die Mächtigen seiner Zeit herauszufordern, ein anderes Mal sorgen seine Ansichten heute für Entsetzen. Wenn sich die Türen des Lutherhauses für die energetischen Sanierung schließen, lädt die Sonderausstellung mit ihren vielen Schätzen aus den Sammlungen der LutherMuseen – darunter Luthers Kutte, die erste Wittenberger Gesamtausgabe der deutschen Bibel und die ausdrucksstarken Cranach-Porträts – zum Luther-Entdecken ein.

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