Dass die Habsburger schon früh in der kroatischen Region Kvarner waren...
Dass die Habsburger schon früh in der kroatischen Region Kvarner waren, ist bekannt und ihre Spuren sind überall zu finden. Aber wenn dann diese kaiserlich-königliche Vergangenheit auf den kulinarischen Kvarner trifft, dann ist ein gelungener Urlaub garantiert. Bekannt ist auch, dass die Habsburger in Opatija den Urlaub an der Adria begründeten und die Stadt selbst erlangte spätestens dann seine Berühmtheit, als Kaiser Franz Joseph den Ort offiziell 1889 zum Kurort ernannte. Die kaiserliche Vergangenheit zeigt sich ganz deutlich in der Baukunst. Jugendstil, wohin man schaut, Villen und Bauwerke sind klassische Gründerzeithäuser und könnten genauso so auch in Wien stehen.
Hotel Miramar nach Triester Vorbild
Auch auch so manches Hotel geht auf die kaiserlich-königliche Vergangenheit zurück, wie zum Beispiel das altehrwürdige Hotel Miramar in Opatja, das in Teilen bis 1890 zurück geht. Da entstand nämlich die Villa Neptun, architektonisch an den Stil des Schlosses Miramare in Triest angelehnt. Bauherr ein Österreicher, der sich, wie so viele andere, eine Residenz am Meer gönnte. Die Villa war damals Privatresidenz genauso, wie Gästehaus und ist heute Teil des Hotels Miramar. Hat man das Glück, dort zu nächtigen, dann ist der Blick über das Meer garantiert, inklusive eines riesigen Zimmers, das mit eleganten Sofas und historischem Mobiliar in altem Stil gehalten ist. Und ein Bad in Zimmergröße hat. Und all das ist trotz des historischen Ambientes mit modernstem Komfort ausgestattet. In der Villa Neptun ist auch das Restaurant – mit großen Panoramafenstern samt Meerblick - untergebracht und zum Wellnessschlössl sind es auch nur ein paar Schritte. Gleiches gilt für den Liegebereich am Meer, der erst kürzlich erweitert wurde.
Aber auch ein Zimmer im neuen Hoteltrakt hat seinen Reiz, denn dieser liegt ganz oben im leicht ansteigenden Hotelareal und ermöglicht damit den Blick über den großartigen Garten. Neben einer Vielzahl an Blumen und Sträuchern zieren auch zwei Kunstensembles des österreichischen Künstlers Prof. Hans Muhr das Areal: der Kamelienbrunnen und das Europator.
Allein ein Spaziergang durch diesen Garten mit all seinen Facetten ist pure Erholung und unterstreicht und ein Stück Gesundheit.
Apropos Restaurant: Für die Köstlichkeiten aus der Küche zeichnet der neue Küchenchef Sasa Pavlovic verantwortlich, der auch immer wieder mal im Restaurant nach dem rechten schaut. Seine Philosophie basiert auf den saisonalen Kvarnerprodukten mit Fisch und Meeresfrüchten im Fokus, einem Lamm von der Insel Cres und natürlich die legendären Olivenöle Kroatiens. Aber es findet sich auch mal ein Gulasch am Buffet und da zeigt sich dann wieder die österreichische Vergangenheit.
Der Lungomare
Lungomare gibt es ja viele, aber jener in Opatja ist DER Lungomare schlechthin. Angelegt1889 von Kaiser Franz-Josef I. und da er und seine Frau Sisi diesen Weg auch öfter nützten, erhielt er den Namen Franz-Josef Promenade. Bei einem Spaziergang hier, entlang des Meeres, kommt man an zahlreichen herrschaftlichen Gebäuden aus der KuK-Monarchie vorbei, eine Rast auf einem der vielen Bankerl eröffnet einen Blick in Richtung der Inseln Krk und Cres. Der Lungomare ist aber auch die beste Möglichkeit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Opatija zu besuchen, wie z.B. die "Jungfrau mit der Möwe", die auf einem Vorsprung im Meer steht und mittlerweile zum Wahrzeichen Opatijas geworden ist. Zu Kaiser Franz Josephs Zeiten war dieser Weg für die Entourage des Kaisers quasi der Laufsteg für das Sehen und Gesehen werden, und genau deshalb entstanden hier die zahlreichen Villen und Hotels.
Das älteste Hotel ist das Hotel Kvarner, das als erstes Eisenbahnhotel von der österreichischen Südbahngesellschaft unter Generaldirektor Friedrich Julius Schüler errichet wurde und ursprünglich als Sanatorium für Lungenkranke konzipierte war. Aber sehr bald zum Treffpunkt der oberen Zehntausend wurde. Kaiser Franz Josef I. traf hier den deutschen Kaiser Wilhelm II. und auch Isadora Duncan war hier. Sie, und weitere Berühmtheiten, die als Besucher in Opatja waren, sind auf einer Mauer auf dem Weg zum Park abgebildet. Mit dabei sind Gustav Mahler, Robert de Niro, James Joyce oder Naomi Watts. Ein kurzer Halt am Ende des Lungomare empfiehlt sich unbedingt im Cafe Wagner, das nebst köstlichen Mehlspeisen und gutem Kaffee auch die Wiener Kaffeehaus-Kultur widerspiegelt.
Streifzug durch den Kvarner, Ziel: Hotel Kvarner Palace
Die Region Kvarner stand und steht für Gesundheit. Fachmännische Kuraufenthalte sind hier ebenso möglich, wie ein Wellnessurlaub mit Gesundheitsfaktor. Für letzteres eignet sich besonders das Hotel Kvarner Palace in Crikvenica, das ebenfalls ganz im Zeichen der alten K&K Historie steht und im Belle Époque Stil erbaut wurde. Auch hier empfängt einem gleich in der Lobby hochherrschaftliche Atmosphäre. Möbel und Architektur sind klassisch und die Vergangenheit ist gegenwärtig. Die neue Terrasse gibt einen ausgiebigen Blick über den üppigen Garten mit über 50 verschiedenen Pflanzenarten und Gewürzen auf 30.000 m2 frei. Durch welchen man direkt zum Meer gelangt, wo das Hotel einen eigenen Strandabschnitt hat – diesmal mit Sand, was in Kroatien sehr selten ist – und eine Bar betreibt. Mit Möbeln wie aus dem Wohnzimmer, das auch nichtköniglichen Gästen ein königliches Feeling vermittelt.
In diesem Hotelgarten stechen die vielen herrlichen Rosenstöcke ins Auge, die nicht nur zum Verweilen, sondern auch zum Träumen einladen.
Neu ist der großzügige Wellnesstrakt im Hotelanbau, wo sich auch kühlere Tage gut aushalten lassen. Im Poolbereich (25 Meter lang und mit Meerwasser!!) hängen Luster, wie sie andere in ihren Wohnzimmern haben…
Gesundheit wird hier im Hotel Kvarner Palace überhaupt groß geschrieben, denn laufend kommen Fachleute zu unterschiedlichen Themen ins Haus. Mal ist es die Wiener Atemschule (11.-18. Oktober 2026), mal ist es ein Arzt, der Übungseinheiten speziell für die Generation Ü50 anbietet. Im Sommer allerdings wird’s hier bunt, denn die kostengünstigen Familienangebote locken selbige hierher und der Strand ist für die Kids sowieso das Paradies schlechthin.
Kvarner Küche, perfekt serviert
In der Küche werkt Daniel Ljbijankic, der ursprünglich im Hotel Miramar tätig war, und bringt gar Köstliches auf die Teller. Kvarner Scampi, Kirschen oder Maroni und eben alles, was hier heimisch ist. Heimisch ist auch der Lorbeer, der in dieser Region nicht nur in der Küche Eingang findet. Im Kvarner Palace gibt es drei Menüs zur Auswahl, wobei Fisch immer dabei ist und auch hier findet sich mit zB. gefüllten Paprika der österreichische Einschlag. Ljbijankic’s Küche ist auch am Pool Bistro und an der Strandbar – mit Blick aufs Meer – zu genießen.
Die Menschen zählen
Wir genossen auf jeden Fall in beiden Hotels nicht nur das luxuriöse Ambiente, sondern vor allem den freundlichen Service. Die Mitarbeiter sprechen alle zumindest ausreichend Deutsch für eine problemlose Verständigung, die meisten von ihnen sogar perfekt. Es herrscht eine entspannte, leichte Atmosphäre, die einen besonderen Kontrast zu der hochherrschaftlichen Vergangenheit gibt.
Was spricht für die Kvarner Region? Eigentlich alles! Denn von Österreich ist man schnell dort, der Gesundheitsfaktor wird alleine schon durch das Meer bedient und für den kulinarischen Genuss ist sowieso gesorgt. Und wer Fisch und Meerestiere liebt, der ist dort besonders gut aufgehoben, denn die Kvarner Scampi sind legendär. Ebenso wie die autochthone Rebsorte Zlahtina, die bestens zur mediterranen Küche passt. Und vielleicht das Wichtigste: Die Menschen, die hier im Tourismus tätig sind, sind allesamt freundlich und zuvorkommend und das macht den Urlaub erst wirklich perfekt. Und ja, so ein bisschen K&K Feeling hat man selbst, bei all der Tradition, auf die man hier stößt.
Der Beginn des Tourismus
Das oben erwähnte Hotel Kvarner ist selbstredend im historischen Stil erbaut und auch so erhalten geblieben. Ziemlich neu ist die ultramoderne Terrasse, die anfänglich Irritationen auslöste, ob denn so etwas hier passen würde. Passt, denn die Terrasse mit dem Cafe ist immer voll.
Die erste Sommerresidenz in Opatija, die Villa Angiolina im gleichnamigen Park, wurde 1844 von Iginio Scarpa erbaut, und damit startete auch der Tourismus in der Region. Auch in der Villa Angiolina hielten sich viele historisch bedeutende Persönlichkeiten inklusive Kaiser Franz Josef I auf. Man merkt schon, die Habsburger waren sehr präsent in Opatja.
Der Park Angiolina ist ein Traum aus Grün und Blumen und einer Vielfalt an Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt. Die Kamelie, die hier gedeiht, wurde zu einem Symbol Opatijas und das alte Gewächshaus, das zwar verträumt, aber schon etwas verfallen im Park steht, soll zu einem Teehaus umfunktioniert werden.
Ein Spaziergang durch den Park ist schon ein bisschen so etwas wie ein kleiner Kuraufenthalt.
Kontakt