Als sich die Verantwortlichen der damaligen Werner Berg Galerie in...
Als sich die Verantwortlichen der damaligen Werner Berg Galerie in Bleiburg 2004 entschlossen, auch andere Künstler (mit)auszustellen – und zwar immer im Kontext mit Werner Berg selbst – konnte noch niemand ahnen, welchen wertvollen, kunstgeschichtlichen Input die kombinierten Ausstellungen liefern würden. Eine besondere Herausforderung für das nunmehrigen Werner Berg Museums ist 2026 die Kombination von Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein konnten, nämlich Werner Berg, zusammen mit dem Schweizer Alberto Giacometti und Mercedes Helnwein (Tochter von Gottfried Helnwein) – dies unter dem Titel „Mikrokosmen“ (bis 11/2026).
Jeder der Künstler wurde dabei auf die Darstellung von Menschen seiner jeweiligen unmittelbare Umgebung reduziert. Nichts Neues bei Berg, dessen Typologien-Darstellungen sich fast durchwegs auf seinen Lebensraum Unterkärnten beschränkt hat, für mich völlig neu hingegen der Graphikzyklus „Paris sans fin“ von Giacometti, der seine Pariser Umgebung fast skizzenhaft in einer Lithografie-Serie zusammenfasste und auch völlig neu auch die übermalten und vor allem im Gesicht verfremdeten Fotos von Helnwein, Abbildungen des „American way of life“ in und um Los Angeles mit Schwerpunkt Frauen/Mädchen. In der unmittelbaren Gegenüberstellung der unterschiedlichen Arbeiten entsteht ein sehr intensives Spannungsfeld!
Ungeklärt ist, ob Berg und Giacometti einander mal persönlich getroffen haben, etwa bei einer der Biennalen in Venedig. Es ist jedoch auffällig, dass Berg in den 60er Jahren in seinen Holzschnitten plötzlich auch einen für ihn bislang ungewöhnlichen, neuen Figurentyp verwendet: sehr schlanke, hochgewachsene Menschen – ob er sich dabei von den „Streichholzmännchenl“- Skulpturen von Giacometti hat beeinflussen lassen?
Für das nächste Jahr ist übrigens eine Ausstellung Lassnig-Berg geplant. Man darf gespannt sein!
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