Milchseen und Butterknappheit

Die Wintertagung 2018 des Ökosozialen Forums steht unter dem Motto „Von Milchseen zur Butterknappheit. Was kommt als Nächstes?“ Von 29. Jänner bis 2. Februar 2018. Köstinger und Pernkopf: Agrarpolitik im Zeichen der Zusammenarbeit. Familienbetriebe langfristig absichern.

Milch & Butter sind nicht die ganze Landwirtschaft. Aber: Die Milchproduktion ist ein gutes Beispiel, um die Landwirtschaft zu erklären. Schon Helmut Kohl hat gesagt: Agrarpolitik ist immer Gesellschaftspolitik. Zur Erinnerung: Über Monate haben unsere Milchbauern zu Recht über sehr niedrige Milchpreise geklagt, bis die Nachfrage international wieder angezogen hat. Daraufhin sind die Butterpreise im Handel kurzfristig in die Höhe geschnellt.
An diesem Beispiel erkennt man, wie schnell es gehen kann: Am einen Tag noch Milchseen, am anderen Tag schon Knappheit.

„Die Wintertagung war und ist für mich schon immer ein Highlight in meinem Jahreskalender“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger. „Als ehemalige Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa bin ich mit der Ökosozialen Lehre sehr stark verbunden. Das neue Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus ist der Inbegriff der Ökosozialen Marktwirtschaft und eine klare Aufwertung für den ländlichen Raum mit einem klaren Zentrum, dem bäuerlichen Familienbetrieb - das hat es so noch nie gegeben.  Synergien zu nutzen ist mein zentraler Anspruch und Auftrag für das neue Ministerium, um die Zukunft ökosozial und nachhaltig zu gestalten.“
Ein Beispiel für Synergien zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft ist die konsequente Umsetzung des Bestbieterprinzips bei der Lebensmittelbeschaffung, so wie im Regierungsprogramm verankert.
„Die Butterknappheit hat die Konsumentinnen und Konsumenten (zumindest kurzfristig) dafür sensibilisiert, dass unser Lebensmittelproduktion direkt mit unseren Bauern verknüpft ist“, so der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf. „In Fragen der Gesellschaftspolitik gilt es auch Themen wie die Digitalisierung zu diskutieren.
Der Fortschritt findet statt, egal ob wir dafür oder dagegen sind. Egal ob wir uns fürchten oder mutig vorangehen. Agrarpolitik hat die Aufgabe, Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit für die bäuerlichen Betriebe genauso wie für die gesamte Gesellschaft zu ermöglichen. Gemeinsam über das Hier und Jetzt hinausdenken und handeln. Das ist ökosozial.“
Die Wintertagung des Ökosozialen Forums verspricht hitzige Debatten über die künftige europäische Agrarpolitik und die Folgen für die heimische Lebensmittelversorgung, über die Marktpreise und die Konsequenzen für die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft. Besonderes Augenmerk liegt diesmal auf den Chancen und den Fallstricken der Digitalisierung.

Von 29. Jänner bis 2. Februar findet die 65. Wintertagung statt und umfasst insgesamt elf Fachveranstaltungen für die wichtigsten Produktionssparten der heimischen Landwirtschaft.150 Referenten – darunter auch viele internationale Vortragende wie zum Beispiel aus Italien, der Schweiz, Deutschland, Spanien oder Litauen – diskutieren mit aktiven Bäuerinnen und Bauern die neuesten Erkenntnisse und Strategien. Die Wintertagung des Ökosozialen Forum ist die größte agrarische Diskussions- und Informationsveranstaltung in Österreich.

Die Fachtage im Überblick:

Montag, 29. Jänner 2018:
Agrarpolitik – Austria Center Vienna, Wien

Dienstag, 30. Jänner 2018:
Ackerbau – BOKU Tulln, Niederösterreich
Gemüse-, Obst- und Gartenbau – HBLFA Schönbrunn, Wien

Mittwoch, 31. Jänner 2018:
Geflügelhaltung – Kultursaal Hatzendorf, Steiermark
Landtechnik – LFZ Wieselburg, Niederösterreich
Weinwirtschaft – BOKU Tulln, Niederösterreich

Donnerstag, 1. Februar 2018:
Schweinehaltung – Messe Wels, Oberösterreich
Waldwirtschaft – Wirtschaftskammer Österreich, Wien
Berg&Wirtschaft – Rotholz, Tirol
Grünland- und Viehwirtschaft – Aigen im Ennstal, Steiermark

Freitag, 2. Februar 2018:
Grünland- und Viehwirtschaft – Aigen im Ennstal, Steiermark
Kommunikation – Urania, Wien
 

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