Zaungäste, 1 Sudhaus und 23 Teller!

  • Salzlabyrinth im Sudhaus

  • Ausstellung Sudhaus Bad Ischl - ein Schiff aus Brot

  • Entlang der Salzach

  • Kunstinstallation "Zaungäste" in Gmunden

  • Farbe auf Stein im Sudhaus

  • Kunstinstallation Musikmaschine in Bad Ischl

  • Zimmer mit Aussicht - auch ein Projekt der Kulturhauptstadt

  • Kunst im öffentlichen Raum

  • Das Post- und Telegraphenamt in Bad Ischl

  • Mit überdimensialen Stecknadeln werden die Stadttouren gekennzeichnet...

  • ... die im Innenleben viel Information bieten

Zahlreiche Projekte entstanden im Rahmen der Kulturhauptstadt 2024, Zaungäste ist eines davon. Die Basis der Kunstinstallation war der Wunsch nach einem Projekt, das den gemeinsamen Ursprung und auch die Geschichte der beiden Unternehmen Energie AG und Stern & Hafferl (öffentlicher Regionalverkehr) präsentiert. Das Künstlerpaar „Ziller & Nadeln“ erhielt den Zuschlag zur Umsetzung des Kunstwerkes, das als Ausstellungsfläche im öffentlichen Raum dient und in Folge von verschiedenen Künstlern bespielt werden soll. 3D-Betondruck in Wellenform ist die Basis der drei Flächen, die bei der Straßenbahn-Remise in Gmunden angesiedelt sind und in Kombination mit der Traunseetram, die als innerstädtisches Verkehrsmittel und dem Projekt „Kunst erFAHRen“ verschiedene Orte der Kulturhauptstadt anfährt, können auch sie gut erreicht werden. Kunst(installationen) an den drei Haltestellen Klosterplatz, Bahnhof Engelhof und Karl z‘ Neuhub bereichern die Fahrt, die damit zum Kunsterlebnis wird und KunstRauschen, der Überbegriff für das gesamte Kunst-Ensemble mit Zaun-, Ausstellungs- und Leitfunktion, wurde inspiriert von Wasser als Energieträger.
Spannend ist dann auch der Besuch der Remise, wo ein Oldtimer-Waggon der Gmundner Straßenbahn von 1911 erkundet werden kann. Das ist wie eine Reise in die Vergangenheit mit offenen Straßenbahnwagen, alten Bänken und ebenso alten Hinweisschildern, wie sie heute nicht mehr möglich wären - wie zum Beispiel „Nicht ausspucken“. Im Sommer pendelt die alte Garnitur jeden Donnerstag durch Gmunden und kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.
Näheres zum Projekt unter www.kunsterfahren.at

23 Teller für 23 Regionen
Was wäre Gmunden ohne einen Besuch in der Keramik-Manufaktur, die sich ebenfalls im Zuge der Kulturhauptstadt eingebracht hat. Und das natürlich themengerecht und zwar in Form von 23 Tellern, deren Ornamente jeweils die  Schwerpunkte der 23 Regionen der Kulturhauptstadt abbilden und deren Motivfindung eine ornamentale Spurensuche in den einzelnen Regionen vorausging. Fündig dafür wurde man in Museen und öffentlichen Einrichtungen und sobald der Themenschwerpunkt gefunden war, für den die jeweilige Region steht, machten sich die Mitarbeiter der Gmundner Keramikmanufaktur an die künstlerische Kreation und Umsetzung. Vor allem an diesen Tellern ist die Vielfalt des Salzkammergutes zu sehen, wie zum Beispiel grüne Wollfäden, welche die weit verbreiteten Kniestrümpfe vor allem im Ausseerland symbolisieren oder die Lederhose für Bad Ischl. Unter der Vorgabe des Motivs hatten die Mitarbeiter dann freie Hand bei der Umsetzung und entstanden sind 23 völlig unterschiedliche Teller, die dann letztendlich aber doch als verbindendes Element die grüne Farbe eint. Die großen, sogenannten Platzteller stehen in den Bürgermeister-Büros der jeweiligen Gemeinden, die kleineren Teller werden auf Wunsch angefertigt – Kostenpunkt rund zwischen 90,00€ und 290,00 €. Dass ein Besuch dieser Ausstellung mit einer Führung durch die Keramik-Manufaktur verbunden wird, ist fast ein Muss. Denn den Herstellungsvorgang des legendären Geschirrs mit seiner 300 Jahre alten Geschichte vor Ort zu verfolgen ist schon ein Erlebnis für sich. Inklusive Jause im Café und Einkauf im Shop. Die Geschirr-Ornamente der Gmundner Keramik haben sich im Laufe der Jahre sehr vielseitig entwickelt und auch eine größere Farbpalette angenommen, was unter anderem auch an den Einzelstücken sichtbar wird, die zum Teil im Cafe ausgestellt sind und mangels Nachfrage nicht in Serie gingen. Wobei der Begriff „Serie“ bei der Gmünder Keramik fehl am Platz ist, denn dort wird jedes einzelne Stück handgefertigt. Sei es beim handbemalten Stück, sei es bei den geflammten Teilen, zu denen die am meisten nachgefragten Motive, wie die Streublumen und der Hirsch, zählen. www.gmundner.at/

Die Relevanz von Salz in Bad Ischl
Salz ist das beherrschende Thema im Salzkammergut und so ist es fast selbstverständlich, dass eine der Kulturhauptstadt-Ausstellungen auch in einem Sudhaus stattfindet. Die Ausstellung „Kunst mit Salz & Wasser“ findet sich im Sudhaus in Bad Ischl, das bis 1965 in Betrieb war und nun als Ausstellungsraum neue Verwendung findet. Derzeit sind dort in der aktuellen Ausstellung Kunstinstallationen anzutreffen, die nicht nur optisch ansprechend sind, sondern zum Teil auch aktuelle Themen, wie jene der Wasserknappheit, aufgreifen. Ein Besuch der Ausstellung, die noch bis 31. Oktober läuft, regt also durchaus auch zum Nachdenken an.
Ein Streifzug durch die Kulturhauptstadt Bad Ischl muss natürlich auch sein und da empfiehlt sich eine Stadtführung mit einem der Austria Guides, die Touren zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten anbieten. Vorbei am alten, traditionsreichen Kongress- und Theaterhaus, der Kaiservilla, der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, deren Turm tatsächlich nur aus einer Perspektive wirklich gut zu sehen ist (und das ist nicht direkt davor, sondern vom Kurpark aus) und natürlich der Salzach entlang zur ku.k. Hofkonditorei Zauner – samt seinem legendären Zauner-Stollen. Bad Ischl gibt auch abseits der Kulturhauptstadt eine Menge her: Die Schratt Villa, eine Wanderung auf Sisis Spuren über den Jainzen, das Lehar-Festival und, und, und…
Und dann wäre da noch das Kaiserfest, dass alljährlich zum Kaisergeburtstag am 18. August alte Geschichte mit viel Pomp, aber auch Tradition, aufleben lässt. https://badischl.salzkammergut.at/

Gut essen & trinken
Die kulinarische Komponente ist wohl bei jedem Urlaub ein wesentlicher Faktor und da ist Bad Ischl eine gute Adresse. Angefangen beim Restaurant Attwenger, das klassische österreichische Küche serviert, einem Gourmet-Dinner in der Villa Seilern oder natürlich dem bereits erwähnten Zauner mit mehreren Standorten, bietet sich eine breite Palette an. Nicht zu vergessen der Siriuskogl, wo Christoph Held eine ganz individuelle Küche anbietet. Der aus zahlreichen Fernsehauftritten bekannte Koch überrascht mit außergewöhnlichen Kreationen, die man sich allerdings verdienen muss. Denn rund 15 Minuten dauert die Wanderung auf den Siriuskogl mit der Franz-Josefs-Warte, der sich aber mehr als lohnt.
Wesentlich bequemer gelangt man in den Sissikuss, einer Kombination aus Cafe, exklusivem Souveniershop, Nobelimbiss und ganz viel Nostalgie. Die Location Sissikuss treffend zu beschreiben fällt schwer, weil sie so vieles hat: Gute Getränke, Nostalgie in Form von Postkarten, Blusen in Geschirrtuch-Optik, Elisabeth Gin und Süßigkeiten. Die Besitzer, Katharina Wimmer und Kurt Weglehner, definieren ihre Marke als völlig neue Art, die schicksalshafte Vergangenheit des Salzkammergutes und der Kaiserstadt Bad Ischl in die Gegenwart zurückzuholen. Sie bieten Getränke aller Art, inklusive köstlichem Kaffee und die Mehlspeisen zu selbigen kommen aus dem Umfeld, mit dem es ein ausgezeichnetes Einvernehmen gibt. Stichwort Zauner! Konkurrenzdenken ist hier nicht wirklich ein Problem und vielleicht ist genau auch das ein Teil der besonderen Atmosphäre im Sissikuss!

Bequeme Anreise mit den ÖBB
Wie kommt man nun in die Kulturhauptstadt Bad Ischl? Natürlich individuell mit dem Auto, das man aber vor Ort und auch für viele der anderen Locations nicht wirklich braucht. Viel besser geht’s mit den ÖBB, die ein Package zur Kulturhauptstadt aufgelegt haben, das die Bahnreise und eine Nacht in einem Vier-Sterne-Hotel in Bad Ischl inklusive Frühstück ab 199,00 € pro Person beinhaltet. Genau dieses sollte man unbedingt in Erwägung ziehen, denn die Einstimmung auf die Kulturhauptstadt beginnt bereits bei der Anreise, wenn man sich in Wien völlig entspannt in den Zug setzen und unterwegs auch schon bereits die Unterlagen studieren kann. Sowohl in Gmunden, als auch in Bad Ischl, liegt der Bahnhof direkt im Zentrum und somit ist man mit wenigen Schritten im Geschehen. Information und Buchung auf railtours.oebb.at

Die Kulturhauptstadt 2024 hat natürlich noch weit mehr zu bieten und der besondere Reiz, der die diesjährige Kulturhauptstadt von anderen unterscheidet, ist sicher die Tatsache, dass sie sich über 23 Regionen erstreckt und deren Besonderheiten zeigt. Denn so unterschiedlich diese 23 Regionen sind, so unterschiedlich ist auch das Programm. Nach Bad Ischl sollte man aber trotzdem unbedingt. Nicht nur wegen des Kaisers, Sisi und dem Zauner, sondern weil kaum sonst irgendwo Geschichte und Gegenwart so faszinierend aufeinander treffen. Was die Kulturhauptstadt unter anderem bewirken soll, das ist eine Zukunftsperspektive der Region, die durch Kunst und Kultur vernetzt ist.
Alle Informationen zur Kulturhauptstadt unter www.salzkammergut-2024.at
 

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