Warum isst die Welt, wie sie isst?

Sonderausstellung von 15.3. – 18.11. 2018 in Schloss Hof und Schloss Niederweiden. Insgesamt wird es bis 2020 drei Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben. Der erste Teil für 2018 „Aus der Erde auf den Teller“ befasst sich mit der Lebensmittelproduktion. Der Übergang vom Jagen und Sammeln hin zu Ackerbau und Viehzucht ist der Ursprung der heutigen Lebensmittelproduktion. Vom Pflug bis zum Kunstdünger, vom Glashaus bis zur Genmanipulation - um den Ernteertrag zu steigern, hat die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche neue Methoden und Techniken hervorgebracht und entwickelt sich bis heute ständig weiter.
Wie die Ausstellung zeigt, gelangen nur die wenigsten Nahrungsmittel, die aus der Natur gewonnen werden, direkt auf den Teller. Ob Früchte, Gemüse, Getreide, Fleisch oder Fisch: Der Mensch wäscht, schält, schneidet, würzt, kocht, gart, bäckt, grillt etc. Nahrung wird verarbeitet und zubereitet, um sie genießbar und schmackhaft zu machen, sie zu konservieren, zu lagern oder zu transportieren.
Die wenigsten Mahlzeiten werden komplett selbst gekocht. Wer mahlt Getreide zu Mehl oder verarbeitet Rohmilch zu Butter, Joghurt oder Käse weiter? Die Lebensmittelindustrie bereitet die Nahrungsmittel entsprechend auf, bevor sie in die heimische Küche gelangen und dort zu einer Mahlzeit verarbeitet werden.
Durch die Zubereitung entscheidet der Mensch, wie das Essen aussieht, riecht, schmeckt und sich anfühlt. Die Ausstellung veranschaulicht, dass Essen dabei mehr als bloße Nahrungsaufnahme ist. Was, wie viel, wann, wo und wie gegessen wird, ist Ausdruck von Kultur, Weltanschauung, Wertvorstellungen, Lebensstil, Brauchtum, Tradition, Reichtum, Armut, Alter und Geschlecht.

SCHLOSS NIEDERWEIDEN – Sinn & Sinnlichkeit
In den Räumlichkeiten des ehemaligen Jagdschlosses Niederweiden werden die kulturellen, symbolischen und sinnlichen Aspekte des Essens beleuchtet. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Essen mehr als bloße Nahrungsaufnahme und in der westlichen Wohlstandsgesellschaft längst keine reine Überlebensnotwendigkeit mehr ist. Die meisten Menschen können sich aussuchen, was, wann, wo und wie sie essen. Sie wählen aus einer Fülle an essbaren Produkten aus und werden dabei von kulturellen Traditionen, religiösen Geboten und Verboten, persönlichen Werten und Weltansichten oder gar der Etikette, was man zu bestimmten Anlässen isst oder nicht, geleitet. Darüber hinaus können BesucherInnen an vier Installationen zu den Themen Sehen, Hören, Riechen und Fühlen erleben, dass man mit allen Sinnen isst.

A Place at the Royal Table - Ein Platz an der königlichen Tafel
Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres bittet die Vereinigung Europäischer Königsschlösser (European Royal Residences), an der königlichen Tafel Platz zu nehmen: Im Zentrum des Veranstaltungsprogramms Ein Platz an der Königlichen Tafel steht das gastronomische Erbe der europäischen Höfe: Ab 15. März 2018 dreht sich in allen 19 teilnehmenden Königsschlössern in 11 Ländern der Europäischen Union alles um kulinarische Traditionen. Ein Reigen von hundert Veranstaltungen in ganz Europa begleitet das Projekt. www.europeanroyalresidences.eu/a-place-at-royal-palace

Ein Platz an der königlichen Tafel auf Schloss Hof
Im Rahmen der Ausstellung Warum isst die Welt, wie sie isst? widmet sich ein Raum im Schloss der Vereinigung Europäischer Königsschlösser und ihrem Projekt A Place at the Royal Table. Die Tafelkultur an europäischen Höfen ist ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Erbes. In diesem Raum werden exotische und seit dem 17. Jahrhundert überaus begehrte Konsumprodukte beleuchtet, die an europäischen Höfen lange Zeit als Luxusgüter galten. Heute sind diese auch für die breite Bevölkerung erschwinglich.
Zucker zählte vor der Produktion von Rübenzucker zu den begehrtesten und teuersten Rohstoffen aus exotischen Ländern. Zucker wurde nicht nur für Desserts verwendet, auch die Tafeldekoration wurde häufig aus Zucker hergestellt. Zum ausgestellten Reise-Teeservice des Wiener Hofes zählen unter anderem Beil und Hammer zum Zerkleinern der pyramidenförmigen Zuckerhüte. Die Ananas galt ebenso als Ausdruck von Luxus. Im Park vom Schloss Sanssouci in Potsdam gab es sogar ein eigenes Ananasrevier, das ganzjährig die begehrten Früchte liefern konnte. Zur Verfeinerung von Gerichten und Getränken galten exotische Gewürze spätestens seit dem 17. Jahrhundert als Luxusgut. Eine versilberte Gewürzmenage kann aus den Beständen des Schlosses Wilanów präsentiert werden. Kakao erfreute sich als Luxusgetränk ebenfalls großer Beliebtheit und galt als Aphrodisiakum. Die sogenannte „heiße Schokolade“ wurde in eigens dafür vorgesehenen Servicen aus Edelmetallen und/oder Porzellan serviert. Das Schokoladekännchen aus Mafra trägt sogar das königliche Wappen. Der Raum kann im Rahmen der Sonderausstellung besichtigt werden.

Europäisches Picknick | 23. Juni 2018, 10.00–18.00 Uhr
An diesem Tag lädt Schloss Hof zu einem entspannten, sommerlichen Picknick ein: Im Schatten der Kastanienbäume genießt man Köstlichkeiten aus dem Picknickkorb und lauscht dabei zarten Jazz-Tönen, während verschiedene Artisten wie Stelzengeher und Jongleure ihr künstlerisches Können zur Schau stellen. Genießen und Seele baumeln lassen ist angesagt. Sonderausstellung 2018

Sonderausstellung
Teil 1 „Aus der Erde auf den Teller“: 15.3.-18.11.2018
Teil 2 „Das Spiel mit dem Essen“: 15.3.-17.11.2019
Teil 3 „Was vom Essen übrig bleibt“: 15.3.-15.11.2020 Kombientrittsticket Schloss Hof &Schloss Niederweiden +Ausstellungskatalog: € 27,70

Kontakt

Schloss Hof, Schloss Hof 1, 2294 Schloßhof
Schloss Niederweiden, Niederweiden 1, 2292 Engelhartstetten
www.schlosshof.at

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